Bodycasting-Probleme lösen: Luftblasen, Fingerkuppen und Verformung

Bodycasting ist technisch nicht schwierig, aber die Fehler, die man machen kann, sind immer dieselben. Fehlende Fingerkuppen, Pickel im Gips, ein verformter Daumen: fast alles lässt sich auf eingeschlossene Luft oder eine zu dünne Alginatschicht zurückführen.

Bodycasting mit Acrylharz statt Gips

Der Unterschied zwischen Gips und A1 Acrylharz ist kleiner, als die meisten denken. Es gibt zwei echte Unterschiede:

  1. Mischen. Gips rühren Sie recht schnell zu einem glatten Brei an. Acrylharz muss intensiver gemischt werden, bis es glatt ist.
  2. Feuchtigkeitsaufnahme. Acrylharz nimmt Feuchtigkeit weniger leicht auf. Mischen Sie die Alginatform deshalb mit 3 Teilen Wasser statt 4 an. Bei 4 Teilen treten schneller Wassertröpfchen aus dem Alginat aus, und die sehen Sie im Acryl wieder.

Einmal gemischt gibt es keinen Unterschied mehr zwischen dem Gießen mit Gips und mit Acryl.

Kleine Luftbläschen, vor allem in den Händen

Die kommen aus dem Harz selbst, nicht aus der Form. Sie sind beim Gießen darin und steigen auf, nachdem das Harz in die Form gegossen wurde. Ein Teil erreicht die Gießöffnung und platzt, der Rest bleibt an der Innenseite der Form gefangen und härtet dort aus.

Die Lösung:

  1. Mischen Sie das Acrylharz auf höchster Stufe mit Bohrmaschinenrührer oder Mixer, bis keine Klumpen mehr da sind und die Masse homogen ist.
  2. Fassen Sie den Mischbehälter mit beiden Händen und drehen Sie ihn mit einer ruckartigen Bewegung abwechselnd nach links und rechts. Wiederholen Sie das. Diese Bewegung löst Luftblasen von der Wand.
  3. Klopfen Sie danach mit dem Boden des Behälters kräftig auf den Tisch. Mindestens eine Minute lang.
  4. Stellen Sie den Behälter ab und wiederholen Sie das Links-rechts-Drehen noch eine Minute.

Lassen Sie das Harz beim Gießen ruhig in die Form fließen. Halten Sie die Form leicht schräg und lassen Sie das Harz über die Wand hineinlaufen. Ist die Form gefüllt, wiederholen Sie die Mischschritte mit dem Becher: drehen, klopfen, drehen.

Fehlende Fingerkuppen

Auch bei Acrylharz liegt das an Luft, die beim Befüllen eingeschlossen wird — nicht daran, dass Sie Acrylharz statt Gips verwenden. Die Lösung ist dieselbe wie bei Gips: kippen Sie die Form während des Befüllens.

Die vollständige Erklärung, einschließlich der richtigen Handhaltung zur Vermeidung von Lufteinschlüssen, finden Sie unter fehlende Fingerkuppen beim Bodycasting und die richtige Handhaltung.

Ein verformter Daumen

Das kommt von Alginat, das zu dünn auf dem Daumen saß. Es klappte ein, riss, oder kehrte beim Befüllen an die falsche Stelle zurück.

Nehmen Sie einen Behälter, der gerade zu klein ist, sitzt Ihr Daumen fast am Rand. Dazwischen entsteht ein dünner Alginatfilm. Ziehen Sie die Hand heraus, lösen Sie diesen Film ab oder reißen ihn. Beim Gießen klappt das Alginat einigermaßen zurück, aber eben nicht ganz richtig.

Die Lösung ist einfach: tragen Sie das Alginat dicker auf, mindestens 7 mm. Das gibt der Form mehr Substanz. Ebenfalls hilfreich: drücken Sie Watte in das noch flüssige Alginat, bevor Sie den Gipsverband anlegen. So schaffen Sie eine Verbindung zwischen Alginat und Stützschale, und das dünne Alginat bleibt an seinem Platz.

Wann eindicken?

Das Eindicken des Harzes ist nur nötig, wenn Sie laminieren oder aufstreichen. Zum Gießen ist es unklug: das Harz wird weniger flüssig und übernimmt weniger Detail.

Pickel und Beulen auf dem Gipsabdruck

Pickel im Gips bedeuten, dass Luftblasen im Alginat waren. Ein paar sind normal und kein Problem.

Vorbeugen geht so: klopfen Sie kräftig gegen den Eimer mit flüssigem Alginat, bevor die Hände hineingehen. So zwingen Sie die Blasen nach oben. Stecken Sie danach die Hände hinein und reiben Sie gut über die Haut, damit sich Blasen von der Hand lösen. Halten Sie die Hand anschließend still, bis das Gel ausgehärtet ist.

Entfernen Sie die Pickel am besten, solange der Gips noch nicht vollständig durchgehärtet ist. Dann geht es leicht und Schleifen oder hartes Polieren ist nicht nötig.

Einen Abdruck von Brustkorb oder Oberkörper machen

Option 1 — das komplette Set. Basis ist das Bodycasting-Set Schwangerenbauch. Machen Sie das zu zweit oder zu dritt; es muss zügig gearbeitet werden. Die mitgelieferte Anleitung reicht im Prinzip aus.

Option 2 — einfach und günstig. Arbeiten Sie mit Gipsverband. Behandeln Sie den ausgehärteten Gips danach mit einem Versiegler; der schließt den Gips ab und bildet eine Filmschicht. Cremen Sie die Haut vorab mit Vaseline ein, besonders bei Brusthaar — streichen Sie das mit Vaseline an die Haut an.

Ein Gesicht mit Alginat abformen

Arbeiten Sie hierbei immer zu zweit. Eine Person legt sich hin, die andere mischt und gießt.

  1. Nehmen Sie einen Karton etwa in Gesichtsgröße, zum Beispiel einen Schuhkarton.
  2. Schneiden Sie ein Loch hinein, das etwas größer als das Gesicht ist.
  3. Kleben Sie Klebeband entlang der Ränder, das etwa 1 cm übersteht. Steckt das Gesicht im Loch, dichtet dieses Band die Ritzen ab.
  4. Stopfen Sie Knäuel Toilettenpapier in die Nasenlöcher, damit kein Material in die Nase läuft.
  5. Nehmen Sie ein Röhrchen zum Atmen. Üben Sie das vorher. Ein Trinkhalm ist viel zu dünn; ein gelbes PVC-Rohr reicht meist gut aus.
  6. Legen Sie sich hin und drücken Sie den Karton fest auf das Gesicht, sodass ringsum alles anschließt.
  7. Mischen Sie die richtige Menge Alginat 3D-Gel mit lauwarmem Wasser, mit einem Mixer.
  8. Füllen Sie den Karton bis zur gewünschten Höhe.
  9. Warten Sie 5 Minuten, bis das Gel fest ist.
  10. Nehmen Sie den Karton, mit Röhrchen und allem, vorsichtig vom Gesicht.
  11. Gießen Sie das gewünschte Produkt innerhalb von 4 bis 5 Stunden in die Form.

Mischen Sie in einem Durchgang genug Alginat an. Stellt sich heraus, dass es zu wenig war und die Nase noch heraussteht, können Sie keine neue Mischung ansetzen und darübergießen: das haftet nicht.

Über die benötigte Menge lässt sich vorab wenig sagen; sie hängt vom Karton ab. Rechnen Sie meist mit 2 Packungen à 500 Gramm, gut für 3 bis 4 Liter Endprodukt. Rechnen Sie immer vorher nach.

Einen Handkranz aufhängen

Bohren Sie sehr vorsichtig ein Löchlein und setzen Sie eine Schraube ein. Beginnen Sie mit einem sehr dünnen Bohrer und arbeiten Sie sich nach oben. Sie können die Schraube zusätzlich mit Montagekleber oder starkem Klebstoff sichern.


Benötigte Mengen pro Handgröße finden Sie unter Richtwerte Gipsabdruck. Alle Materialien stehen in unseren Bodycasting-Sets. Eine Frage zu Ihrem Projekt? Nehmen Sie Kontakt auf.

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