Silikon verarbeiten: Kleben, Luftblasen, Schneiden, Einfärben und Entformen

Die praktischen Fragen, die beim Arbeiten mit Gieß- und Spatelsilikonen am häufigsten wiederkehren. Suchen Sie eine Erklärung zum Unterschied zwischen Additions- und Kondensationsvernetzung, zur Shore-Härte oder dazu, warum Silikon nicht aushärtet? Diese Themen stehen als eigene Beiträge im Informationszentrum.

Silikon verkleben

Silikon lässt sich schwer verkleben, erst recht mit Standardklebstoffen. Die besten Ergebnisse erzielen Sie mit einem Kondensationssilikon: den 2-Komponenten-Kondensationssilikonen oder einem 1-Komponenten-Silikonkleber. Häufig genügt sogar ein gewöhnlicher Bausilikon-Dichtstoff.

Kondensationssilikone haften gut auf sich selbst und auf vielen Untergründen. Haftet es nicht, verwenden Sie einen Primer.

Additionssilikone haften nicht gut auf sich selbst. Die beste Chance besteht darin, an der Kontaktfläche eine dünne Schicht wegzuschneiden, sodass die körnige, frische Struktur des ausgehärteten Silikons freiliegt. Darauf können Sie dann diesen Primer verwenden. Viele Verbindungen halten erst nach einigen Tagen, und am besten nach Aushärtung bei erhöhter Temperatur.

Haben Sie es eilig? Das Silikon-Klebeset kombiniert einen Cyanacrylatkleber mit einem speziellen Primer für Silikon. Das härtet schnell aus und haftet gut, verhärtet das Silikon am Kontaktpunkt aber etwas, wodurch die Flexibilität dort abnimmt.

Luftblasen in meiner Form nach dem Gießen

Bei korrekter Verarbeitung sollten keine oder kaum Luftblasen entstehen. Vier Ursachen und ihre Lösung:

  1. Zu viel B-Komponente. Über 2 Prozent härtet das Silikon zu schnell aus und die Luftblasen bekommen keine Zeit zu entweichen. Für Kondensationssilikone sind 1,5 Prozent B eine gute Lösung: längere Entformzeit, mehr Zeit für die Blasen. Die Gewichte zählen recht genau; mit einer Dosierspritze messen Sie Gramm präzise ab (1 ml entspricht hier 1 Gramm). Additionssilikone verzögern Sie umgekehrt, indem Sie die Komponenten vor Gebrauch etwas kühler machen.
  2. Beim Mischen zu viel Luft eingeschlagen. Nicht schlagen, sondern rühren.
  3. Aus zu geringer Höhe gegossen. Gießen Sie aus etwa 50 cm mit dünnem Strahl. Während des Falls platzen die letzten Blasen.
  4. Wollen Sie sichergehen? Gießen Sie zuerst eine dünne Schicht über das Modell und gehen Sie es mit einem Pinsel nach. Sind keine Blasen mehr zu sehen, gießen Sie den Rest der Form voll.

Haftet Silikon an meinem Tonmodell?

Ein Modell aus unbehandeltem oder unlackiertem Ton, getrocknet oder gebrannt, macht beim Entformen tatsächlich Probleme. Verwenden Sie ein Trennmittel oder eine Hausmittel-Lösung: Vaseline, Bienenwachs, Möbelwachs oder farblose Schuhcreme. Damit versiegeln Sie die Poren des Tons.

Um die Wachsschicht so dünn wie möglich aufzutragen: verdünnen Sie das Wachs mit Terpentin und reiben Sie die Mischung mit Pinsel oder Tuch ein. Das Terpentin verfliegt und hinterlässt eine hauchdünne Wachsschicht.

Silikon schneiden

Schneiden ist einfach, wenn Sie ein paar Regeln beachten:

  • Verwenden Sie immer ein scharfes Cuttermesser.
  • Nehmen Sie vorzugsweise ein langes Messer, also eine lange Schneide.
  • Nicht sägen, sondern das Messer in einem Zug bis zur gewünschten Tiefe ziehen.
  • Müssen Sie nochmals schneiden, folgen Sie dem bestehenden Schnitt am tiefsten Punkt, wieder ohne zu sägen.
  • Lassen Sie eine zweite Person den Schnitt aufklappen. Das schneidet leichter und Sie folgen dem vorherigen Schnitt besser.
  • Schneiden Sie wo möglich in Sägezahnform. So schließt die Form später sauber und Sie bekommen weniger Naht.
  • Endet der Schnitt in der Form und läuft nicht ganz durch, lassen Sie ihn rund auslaufen. Das verhindert, dass der Schnitt weiter einreißt.

In welches Silikon kann ich einschneiden?

Schneiden in einer Form vermeidet man lieber, denn die Gefahr des Durchreißens steigt. Manchmal ist es aber der einfachste Weg, ein komplexes Modell gut zu entformen.

Wollen Sie schneiden und verarbeiten keine Lebensmittel in der Form, nehmen Sie Silikon Kondensation 20. Das hat eine überlegene Weißerreißfestigkeit. Gießen oder spateln Sie die Stellen, an denen Sie später schneiden, etwas dicker als üblich — das gibt zusätzliche Festigkeit. Machen Sie wo möglich einen Zickzackschnitt, dann schließt die Form jedes Mal gut. Notfalls können Sie ein Gummiband um die Form legen — nicht zu straff, sonst verformt sie sich.

Ausfransungen und Häutchen entfernen

Die beste Form ist eine ohne Ausfransungen. Befestigen Sie das Muttermodell auf dem Untergrund und verstreichen Sie alle Ritzen darunter sehr sorgfältig mit Plastilin, sodass kein Silikon darunterlaufen kann. Das kostet Zeit, aber das Ergebnis ist sofort professionell und Nacharbeit ist oft nicht mehr nötig.

Gelingt das nicht überall, muss das Häutchen weg:

  • Verwenden Sie immer ein scharfes Cuttermesser.
  • Halten Sie das Häutchen mit einer Hand fest und ziehen Sie sanft daran, schneiden Sie mit der anderen Hand und folgen Sie der Form.
  • Ziehen Sie nie zu fest. Die Form dehnt sich dann, und beim Loslassen zeigt sich oft, dass Sie zu weit geschnitten haben.
  • Alternative: gehen Sie mit einem Finger unter das Häutchen, drücken Sie mit dem Messer leicht von oben und ziehen Sie am Häutchen. Es reißt dann am Messer entlang ab. Diese Technik erfordert Übung.

Achten Sie in beiden Fällen darauf, sich nicht zu schneiden.

Silikon einfärben und lackieren

Silikon lässt sich mit gewöhnlicher Farbe praktisch nicht lackieren. Das gelingt nur, indem man die Haut anraut und eingefärbtes Silikon aufsprüht, zum Beispiel in Verdünner gelöst. In der SFX-Welt wird auch Make-up mit Silikondichtstoff vermischt verwendet.

Silikon lässt sich dagegen gut einfärben. Verwenden Sie dazu Silikonfarbstoff oder seidenglänzende Farbe auf Ölbasis. Achtung: testen Sie Farbstoffe von außerhalb unseres Shops immer zuerst. Das Lösevermögen ist unterschiedlich, und Bestandteile in Farben können die Aushärtung hemmen oder ganz blockieren. Farbe auf Ölbasis senkt zudem die Härte deutlich.

Zuletzt: Silikon, das von Natur aus weiß ist, ergibt ein blasseres, pastellartiges Farbergebnis als transparentes Silikon.

Ist ein Trennmittel notwendig?

Häufig nicht. Setzen Sie vorab einen einfachen Test an, zum Beispiel an der Unterseite des Modells.

Materialien, die fast immer ein Trennmittel brauchen: trockener, gebrannter oder unbehandelter Ton, Karton, unbehandeltes Holz, Stoff, Papier und andere trockene oder poröse Materialien.

Neben den Trennmitteln aus dem Webshop funktioniert eine Schicht Vaseline, Bienenwachs, Möbelwachs oder farblose Schuhcreme gut. Mit Terpentin verdünnen für eine möglichst dünne Schicht.

Auf Silikon schreiben

Auf Silikon zu schreiben gelingt mit nichts. Es gibt aber eine Methode, eine Form zu kennzeichnen:

Schreiben Sie bevor Sie gießen mit einem wasserfesten Marker in Spiegelschrift den Namen oder die Nummer des Modells in die Gießschale, an die Stelle, wo der Text stehen soll. Nach dem Entformen steht der Text positiv im Silikon. Er ist unauslöschlich und darf in die Spülmaschine.

Das funktioniert gut bei Kondensationssilikonen und Hochtemperatursilikonen. Bei Siliconen Culinair (Addition) funktioniert es weniger gut.

Silikon in eine Silikonform gießen

Bringen Sie zuerst eine Trennschicht auf. Reiben Sie die Form zum Beispiel mit Vaseline ein und polieren Sie sie mit einem Stofftuch aus. Wiederholen Sie das dreimal für eine gute Entformung.

Ein schönes Silikon für solche Formen ist das Wacker Elastosil Vario 15 Normal.


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