Kann ich Silikon als Trennschicht in eine harte Form einbringen

Das ist möglich und eine bewährte Technik. Sie tragen eine dünne Schicht flüssiges Silikon auf die Innenseite einer harten Form auf, zum Beispiel einer gedruckten Kunststoffform, einer Gipsform oder einer Polyesterform. Nach dem Aushärten wirkt diese Schicht als flexible Innenform mit hartem Träger, und das Gussteil löst sich genauso leicht wie aus einer normalen Silikonform. Beachten Sie, dies ist kein Trennmittel, sondern eine dauerhafte Innenschicht, Sie bauen die Form damit um.

Wählen Sie dafür ein additionsvernetzendes Silikon, auch Platinsilikon genannt. Es härtet ohne Nebenprodukte aus, schrumpft praktisch nicht und ist in Qualitäten mit einer Erklärung für Lebensmittelkontakt erhältlich. Kondensationssilikone sind weniger geeignet, da sie einen Zinnkatalysator enthalten, während der Vernetzung Alkohol abspalten und meist nicht reaktives Silikonöl enthalten, das von Fetten und Lösemitteln langsam aus dem Gummi gezogen wird. Eine Härte von 30 bis 40 Shore A eignet sich am besten, denn sehr weiche Qualitäten sind bei wiederholtem Gebrauch empfindlicher und verschleißen schneller durch abrasive Gussmassen. Wählen Sie zudem eine lange Verarbeitungszeit, damit Sie in Ruhe arbeiten können.

Prüfen Sie immer zuerst auf Inhibierung. Additionsvernetzende Silikone härten bei Kontakt mit Schwefel, Stickstoffverbindungen, Aminen, Metallsalzen und Latex nicht aus, und diese Stoffe finden sich in manchen Filamenten, Harzen, Lacken, Klebstoffen und Handschuhen. Tragen Sie einen münzgroßen Klecks auf ein Ausschussteil der Form auf und lassen Sie ihn vollständig aushärten. Bleibt die Oberfläche klebrig, ist der Untergrund ungeeignet und muss zuerst versiegelt werden.

Arbeiten Sie nach Möglichkeit waagerecht. Legen Sie das Formteil mit der hohlen Seite nach oben, gießen Sie eine kleine Menge ein und kippen Sie das Teil, bis alles bedeckt ist. Die Schwerkraft glättet die Schicht, sodass keine Pinselstriche entstehen und deutlich weniger Luft eingeschlossen wird. Nur bei stark überhängenden oder senkrechten Flächen tragen Sie die erste Schicht mit einem Pinsel auf. Arbeiten Sie in zwei Schichten, zuerst eine dünne Anstrichschicht, die Sie gut in die Oberfläche einreiben, danach eine zweite Schicht bis zur gewünschten Dicke. Tragen Sie die zweite Schicht innerhalb der offenen Zeit aus dem technischen Datenblatt auf, dann verbinden sich beide Schichten chemisch. Halten Sie Schraublöcher, Entlüftungen und Trennflächen frei.

Rechnen Sie mit einer Schichtdicke von 1,5 mm, mit 1 mm als absolutem Minimum. Dünner reißt bei wiederholtem Gebrauch, vor allem an den Rändern der Formteile. Für die Menge rechnen Sie mit etwa 1,6 kg Silikon pro Quadratmeter bei 1,5 mm.

Verdünnen Sie das Silikon nicht mit Lösemittel, das führt zu Schrumpf und Rückständen, und verdünnen Sie auch nicht mit Silikonöl, denn dieses härtet nicht mit aus und wandert in das Gussteil. Eindicken ist mit einem Thixotropiermittel desselben Herstellers möglich, beachten Sie jedoch, dass jede Zugabe die Konformitätserklärung des Lieferanten für diese Mischung aufhebt. Waagerechtes Arbeiten macht Eindicken meist überflüssig.

Silikon haftet nicht von selbst auf Kunststoff, Gips oder Metall. Für dauerhafte Haftung entfetten Sie die Oberfläche mit Isopropanol und tragen einen Silikonprimer auf. Alternativ bohren Sie kleine Löcher von 2 bis 3 mm in die Form, sodass sich das Silikon mechanisch verankert. Achten Sie besonders auf die Ränder, denn Randablösung ist der häufigste Schwachpunkt bei Formen, die jedes Mal demontiert werden. Lassen Sie das Silikon einige Millimeter über den Rand laufen oder verankern Sie genau dort.

Geht es um Lebensmittelkontakt, beachten Sie, dass eine Erklärung nach BfR und FDA nur gilt, wenn Sie die vorgeschriebene Nachbehandlung durchführen. Meist sind das zwei bis drei Stunden Tempern bei 100 bis 140 Grad Celsius, um flüchtige Restbestandteile zu entfernen. Viele harte Formen vertragen diese Temperatur nicht, gedruckte Kunststoffformen verformen sich bereits weit darunter. Können Sie nicht nach Datenblatt tempern, dürfen Sie das Silikon nicht als lebensmittelecht betrachten, auch wenn das Material selbst zertifiziert ist. Sie können die Innenschicht dann separat aushärten und tempern, ein temperaturbeständigeres Formmaterial wählen, oder die Anwendung auf nicht essbare Gussteile beschränken. Waschen Sie die Schicht in jedem Fall mit warmem Wasser und einem neutralen Spülmittel, spülen Sie gut nach und lassen Sie sie vollständig trocknen.

Berücksichtigen Sie zuletzt die Lebensdauer. Silikon quillt leicht in Fetten, Ölen und Lösemitteln. Bei wiederholtem Kontakt mit warmen Fetten oder Harzen nimmt eine dünne Schicht allmählich Material auf, wird weicher und kann sich an den Rändern lösen. Betrachten Sie eine Silikoninnenschicht daher als Verschleißteil, das Sie nach einiger Zeit ersetzen, und nicht als dauerhafte Ausführung.

Weiterlesen: welche Untergründe muss ich versiegeln bevor ich Silikon auftrage

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