Formenbau nach Anwendung: welches Material wählen Sie wofür

Welches Silikon und welche Gießmasse wählen Sie für Ihre Anwendung? Nachfolgend pro Projekt das Material, das wir empfehlen, und warum. Sind Sie beim Silikontyp generell unsicher, nutzen Sie unsere Auswahlhilfe.

Ein Silikonarmband

Muttermodell. Das Ergebnis wird vom Muttermodell bestimmt: je feiner das Modell, desto feiner das Armband. Synthetischer Ton, Plastilin und Polymerton sind sehr weich, wodurch scharfe Schnitte und feines Detail schwierig werden. Wir empfehlen hartes Modellierwachs.

Produktionsform. Gießen Sie die Form, in der das Armband entsteht, aus Polyurethan-Gießmasse. Eine Haftung des Silikons an dieser Form ist dann nicht möglich, ein Trennmittel also überflüssig.

Das Armband selbst. Das kommt auf die Haut. Nehmen Sie daher ein Platin-Silikon, oder besser noch Siliconen Culinair, das lebensmittel- und hautverträglich ist. Einfärben geht mit Silikonfarbstoff. Bedenken Sie, dass das Silikon standardmäßig weiß ist, wodurch Farben pastellartig wirken.

Ein Händchen oder Ornament aus Holz abformen

Zwei Wege:

Alginat. Sehr einfach, Form in 5 Minuten fertig, flexibel wie sehr dicker Pudding. Reißt es beim Entformen, fällt es von selbst an seinen Platz zurück. Nachteil: nur einmal verwendbar und innerhalb von 12 Stunden zu nutzen, danach verliert die Form Wasser und damit das Modell. Für Hinterschneidungen nicht geeignet.

Silikon. Etwa 12 Stunden Entformzeit, stark, sehr oft wiederverwendbar, und einschneidbar, um das Entformen zu erleichtern — auch bei Hinterschneidungen.

In beiden Fällen: behandeln Sie unlackiertes Holz vorab. Lackieren Sie es oder reiben Sie es mit Vaseline, farbloser Schuhcreme oder Bienenwachs ein.

Zwei Punkte bei einem alten Holzrahmen: das Silikon kann haften, wenn das Holz porös oder unlackiert ist, und die B-Komponente kann den Rahmen angreifen. Testen Sie an einer unsichtbaren Stelle. Alle Silikone können beim Aushärten etwas Fettigkeit hinterlassen, was unentfernbare Flecken im Holz geben kann.

Eine Kopie einer vorhandenen Skulptur

Von nahezu jedem Gegenstand lässt sich eine Form machen. Form und Detail bestimmen den Schwierigkeitsgrad: eine flache Fliese ist einfach, eine Skulptur mit Hinterschneidungen nicht.

Für die Form verwenden Sie ein 2-Komponenten-Silikon. Für den Abguss haben Sie die Wahl: Porzellangips, A1 Acrylharz, Gusswachs oder ein Polyurethan-Gießsystem. Anleitungen für ein- und mehrteilige Formen finden Sie im Informationszentrum.

Formen für Ziersteine und Schmuck

Ziersteine machen Sie aus Fimo-Ton bis hin zu Harzen wie Polyurethan, Epoxid oder Polyester. Die Wahl der Form hängt davon ab, wie aggressiv dieses Material ist und wie schwierig das Original.

Kondensationssilikone sind beim Aushärten weniger anspruchsvoll und günstiger, vertragen Epoxid und andere Harze aber schlechter — besonders bei voluminösen Formen, die viel Wärme entwickeln. Platin-Silikone halten aggressiven Harzen besser stand und sind formstabiler, aber teurer und empfindlich gegen Verunreinigung vor und während der Aushärtung.

Formen für Miniaturen

Das hängt vom Gießmaterial ab:

  • Zinnminiaturen erfordern ein Hochtemperatursilikon. Pudern Sie die Form vor Gebrauch mit Talkumpuder ein. Nehmen Sie für die aktuelle Option Kontakt auf — das ist eine Spezialanwendung.
  • Polyurethan, Acrylic One, Wachs oder Gips: Silikon Kondensation 20 genügt.
  • Aggressivere oder empfindlichere Materialien wie kristallklares PU: verwenden Sie Platin-Silikone.
  • Essbare Miniaturen gießen Sie ausschließlich in Siliconen Culinair.

Formen für Seife, Kerzen, Zement und Beton

Für alle drei ist Silikon Kondensation 20 die Standardwahl.

Seife: bei sehr aggressiven Inhaltsstoffen oder stark basischen Seifen nehmen Sie besser Platin-Silikone.

Kerzen: sind die Kerzen groß und wollen Sie nicht das ganze Modell in eine Umkistung gießen, verwenden Sie Thixo C, um das Silikon spatelbar zu machen.

Zement und Beton: hier kommt die Stärke von Kondensation 20 am besten zur Geltung. Dieses Silikon ist sehr reißfest, und reißt es doch, verläuft der Riss im Zickzack statt gerade durch — weniger Schaden, und manchmal stoppt er von selbst. Reparieren geht einfach durch Auftragen von neuem Kondensation 20. Für sehr große Formen machen Sie es mit Thixo C spatelbar.

Realistische Haut und Fettpolster

Das Silicone Soft Flex 00-35 wurde entwickelt, um Haut nachzubilden, und kommt dem also recht nahe.

Öl zuzugeben senkt die Härte und erhöht oft die Dehnung, verringert aber auch die Festigkeit. Wo die Grenze liegt, hängt von der Anwendung ab: muss das Silikon oft gedehnt werden, wollen Sie wenig Festigkeit verlieren. Wird nur hineingedrückt, ist viel Öl weniger schlimm.

Wichtig: Öl vernetzt nicht im Silikonsystem. Mit der Zeit, und vor allem unter Druck wie Eigengewicht oder längerem Biegen, bildet sich eine Ölschicht auf der Haut. Die kann Verfärbungen in Stein, Papier oder Karton verursachen, worauf sie steht.

Die Form kann aus Alginat, Gips, Acrylharz, Wachs oder Polyurethan sein. Machen Sie immer einen kleinen Test auf zwei Punkte: ist die Oberfläche nicht zu porös, und ist das Formmaterial oder einer der Lacke oder Klebstoffe nicht giftig für das Silikon? Vorteil von Soft Flex ist der hohe Platingehalt, wodurch es kaum unter Cure-Inhibition leidet. Achtung: Soft Flex ist recht schnell. Mischen Sie nicht zu viel an, rühren Sie ruhig und gießen Sie zügig in dünnem Strahl.

Eine wiederverwendbare Form einer Hand

Soll die Form erhalten bleiben, verwenden Sie Silikon statt Alginat. Häufig genutzt wird das Wacker Elastosil Vario 15 Schnell: etwa 10 bis 12 Minuten Aushärtezeit, sicher auf der Haut und recht flüssig.

Sie können das Silikon auch zu einer Art Handschuhform aufstreichen. Machen Sie es dafür mit Thixo A dicker. Für das Bestreichen von drei Händen genügt ein Set von 1,1 kg plus 50 Gramm Thixo A — abhängig von der Schichtdicke.

Aus einer Gipshand eine Epoxidhand machen

Das geht, erfordert aber ein anderes Vorgehen, als Sie wahrscheinlich denken. Sie können Ihren vorhandenen Abguss nicht in einer Alginatform verwenden, aus zwei Gründen: Sie müssen die Hand bewegen können, um sie ohne Reißen aus dem Alginat zu holen, und Epoxid lässt sich in einer feuchten Alginatform schlecht verarbeiten.

Sie brauchen also eine Silikonform. Drei Wege, von schön bis einfach:

  1. Zweiteilige Streichform mit Epoxid-Stützschale. Benötigt: Silikon Kondensation DC 3481 R, Thixo C, um das Silikon butterartig spatelbar zu machen, und Gipsverband als günstige Stützschale.
  2. Zweiteilige Gießform. Nur das Silikon, kein Verdicker — kostet allerdings mehr Material.
  3. Transparentes Silikon. Mit etwas Übung der einfachste Weg, weil Sie sehen, wo Sie schneiden, und Ihre vorhandene Figur nicht beschädigen. Achtung: transparente Platin-Silikone können in flüssiger Form durch Stoffe in Lacken, Klebstoffen und Latexhandschuhen verunreinigt werden und dann klebrig bleiben. Testen Sie deshalb zuerst alles, was Sie verwenden wollen.

Für den Abguss wählen Sie ein klares Epoxid mit langer Verarbeitungszeit, damit es blasenfrei wird und sich gut nachbearbeiten lässt — zum Beispiel River & Art Epoxy Resin. Durchsichtig einfärben geht mit transparentem Farbstoff.

Einen Schmetterling oder eine Blume in Epoxid gießen

Das muss auf Anhieb gelingen. Üben Sie zuerst mit etwas weniger Wertvollem, zum Beispiel einem getrockneten Blatt.

Sie brauchen drei Dinge:

Tipp: fixieren Sie den Schmetterling in der richtigen Position in der Form, damit er nicht auf dem Harz aufschwimmt.

Eine Arbeitsplatte mit Epoxid beschichten

Wir empfehlen UltraCast XT, hitzebeständig bis 95 Grad.

  1. Die Platte muss nicht grundiert werden, aber extrem sauber und gut mit Isopropanol entfettet sein.
  2. An erhabenen Kanten läuft das Epoxid etwas ab und die Schicht wird dünner. Ist Ihre Platte hell und wollen Sie eine dunkle Farbe, lackieren oder grundieren Sie zuerst — zumindest die Vorderkante.
  3. Rechnen Sie mit etwa 0,5 mm Schichtdicke, also 0,5 Liter pro Quadratmeter. Dicker gießen geht bis maximal 1 mm.
  4. Halten Sie sich exakt an die Angaben im Datenblatt.

Weiterhin:

  • Das Harz braucht bis zu 21 Tage für seine endgültige Härte und Temperaturbeständigkeit.
  • Verwenden Sie nicht zu viel Farbpaste, Silikon oder Effektlösungen; die senken die Temperaturbeständigkeit.
  • Verwenden Sie insbesondere keine Farblösung auf Alkoholbasis.
  • Färben Sie vorzugsweise mit Pulvern ein.
  • Tragen Sie über der eingefärbten Schicht eine zusätzliche ungefärbte Schicht UltraCast XT auf, um die Temperaturbeständigkeit zu erhöhen.
  • Halten Sie die Platte aus direktem Sonnenlicht; kleben Sie nötigenfalls Fenster ab.
  • Arbeiten Sie bei 20 bis 25 Grad. Zu warm gibt zu wenig Verarbeitungszeit; zu kalt setzt das Epoxid zu lange Temperatur- und Feuchtigkeitsschwankungen aus, mit Aminblush oder Orangenhaut als Folge.
  • Vermeiden Sie Luftströmungen, auch von Klimaanlagen. Größere Schwankungen geben Falten, Orangenhaut oder Fischaugen.

Machen Sie immer zuerst einen Test auf einer gleichartigen Oberfläche.


Läuft es doch anders als erwartet? Sehen Sie sich Epoxidharz-Probleme lösen an, oder fragen Sie uns um Rat.

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