Anleitung: Eine einteilige Gießform aus Siliconen Culinair herstellen

Anleitung: Eine einteilige Gießform aus Siliconen Culinair herstellen

In dieser Anleitung lernen Sie Schritt für Schritt, wie Sie eine einteilige Gießform mit Siliconen Culinair herstellen, unserem additionsvernetzenden Silikonkautschuk auf Platinbasis, der für Lebensmittelanwendungen geeignet ist. Mit dieser Technik kopieren Sie ein Modell — in diesem Beispiel Spargel — sodass Sie anschließend endlos Formen in Schokolade, Zucker, Marzipan, Eis oder anderen Materialien gießen können. Geeignet für Anfänger und Profis gleichermaßen.

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Was stellen Sie her?

Sie stellen eine einteilige Gießform her, bei der Sie das Modell mit der flachen Seite nach unten auf eine ebene Fläche legen und in einem Zug mit flüssigem Silikon übergießen. Diese Methode eignet sich ideal für Modelle mit einer nutzbaren Seite, wie Halbfabrikate, Reliefs oder Lebensmittelformen. Sobald die Form ausgehärtet ist, können Sie damit exakte Kopien anfertigen — einschließlich aller Texturen und Details des Originals.

💡 Geeignet für: Schokolade, Süßwaren, Marzipan, Fondant, Eis und andere Lebensmittelanwendungen. Siliconen Culinair ist ein 1 : 1-System, das nach dem Aushärten für den Lebensmittelkontakt geeignet ist.

Benötigte Materialien

🧰 Selbst besorgen

  • Das zu kopierende Modell (in diesem Beispiel: Spargel)
  • Umrandung/Border (Leisten aus Holz oder Aluminium oder eine Kunststoffschale)
  • Ebene, waagerechte und trennende Unterlage
  • Gegebenenfalls eine Vakuumpumpe (nicht erforderlich, verbessert die Qualität)

Vorbereitung

Bevor Sie die Form gießen, ist es wichtig, dass das Modell gründlich sauber ist. Entfernen Sie Schmutz, Staub und unerwünschte Unebenheiten. Die Form übernimmt jedes kleinste Detail des Modells: glänzende Stellen kehren in der Form glänzend zurück, matte Stellen bleiben matt. Bringen Sie das Modell in den gewünschten Endzustand, bevor Sie beginnen.

Prüfen Sie, ob das Modell ein Trennmittel benötigt. In diesem Beispiel benötigt der Spargel kein Trennmittel. Poröse Materialien (Papier, Stoff, unbehandeltes Holz, Stein) können jedoch haften bleiben; verwenden Sie in diesem Fall ein Trennspray, eine Trennpaste oder Polyvinylalkohol (PVA).

⚠️ Achtung Aushärtungshemmer: Materialien, die Salze, Schwefel oder Amine enthalten, können den Aushärtungsprozess von additionsvernetzenden Silikonen stören oder sogar ganz verhindern. Dazu zählen Zwiebeln, viele Klebstoffarten, kondensationsvernetzende Silikone, manche Latexhandschuhe, Sekundenkleber und Einkomponenten-Silikone (Silikonkitt). Führen Sie im Zweifelsfall immer zuerst einen kleinen Test durch.

Schritt-für-Schritt-Anleitung

Modell platzieren und fixieren

Schneiden Sie der Länge nach einen Streifen vom Spargel ab, sodass dieser auf einer Seite flach ist. Legen Sie den Spargel mit der flachen Seite nach unten auf eine ebene, glatte und trennende Unterlage. Verwenden Sie Plastilin-Knete, um eventuelle Spalten unter und im Modell abzudichten, damit später kein Silikon darunter oder hinein laufen kann.

Sorgen Sie dafür, dass das Modell fest sitzt, damit es später nicht auf dem Silikon aufschwimmt. Richten Sie die Unterlage waagerecht aus.

Spargel mit der flachen Seite nach unten auf einer ebenen, glatten und trennenden Unterlage
Abb. 1 – Platzieren Sie das Modell auf einer ebenen, glatten und trennenden Unterlage

Umrandung/Border anbringen

Bringen Sie eine Umrandung um das Modell an, damit das Silikon nicht weglaufen kann. Diese Umrandung können Sie aus Leisten (Aluminium oder Holz) oder aus einer Kunststoffschale herstellen. Beachten Sie, dass das Silikon sehr dünnflüssig ist: schon die kleinsten Löcher und Spalten sind groß genug, damit es entweicht. Dichten Sie Löcher und Spalten daher immer gut ab.

Die Umrandung muss immer über das Modell hinausragen. Machen Sie die Border nicht zu weit — das verbraucht unnötig viel Silikon.

Umrandung aus Leisten um den Spargel angebracht
Abb. 2 – Bringen Sie eine Umrandung um das Modell an

Silikon abwiegen und mischen

Geben Sie die benötigte Menge der A-Komponente in einen Mischbehälter und fügen Sie die B-Komponente im richtigen Verhältnis hinzu. Siliconen Culinair ist ein 1 : 1-System. Mischen Sie die A- und B-Komponente sehr gründlich mit einem Mischspatel und gehen Sie dabei sorgfältig an allen Rändern und Ecken entlang, sodass die Mischung überall gleichmäßig ist.

💡 Tipp: Gießen Sie das gemischte Silikon vollständig in einen zweiten Behälter um und rühren Sie erneut gründlich durch. So vermeiden Sie, dass ungemischtes Material an der Wand zurückbleibt. Eine Vakuumpumpe ist nicht erforderlich, verbessert aber die Qualität der Form.
⏱️ Topfzeit beachten: Siliconen Culinair ist nach ± 60 Minuten nicht mehr ideal zum Gießen. Sorgen Sie dafür, dass alle Materialien bereitstehen, bevor Sie mit dem Mischen beginnen.
Silikon wird in einem dünnen Strahl von einem Punkt aus in die Umrandung gegossen
Abb. 3 – Gießen Sie das Silikon in einem dünnen Strahl von einem Punkt aus

Gießen und aushärten

Gießen Sie das Silikon in einem dünnen Strahl und von einem Punkt aus. Durch den dünnen Strahl erhalten Luftblasen während des Falls noch die Gelegenheit zu entweichen, und durch das Gießen von einem Punkt aus wird die Luft vor dem Silikon hergeschoben statt eingeschlossen.

Lassen Sie die Form vollständig aushärten. Entfernen Sie anschließend die Umrandung und entformen Sie das Modell. Die Form ist nun fertig.

💡 Tipp für eine blasenfreie Kontaktschicht: Gießen Sie zuerst einen Teil des Silikons über das Modell und streichen Sie es mit einem Pinsel ein. Sobald das gesamte Modell blasenfrei mit einer dünnen Schicht versehen ist, füllen Sie die Form weiter auf.
Die ausgehärtete Silikonform nach dem Entformen, gebrauchsfertig
Abb. 4 – Die ausgehärtete Form nach dem Entformen, gebrauchsfertig
Endergebnis: einteilige Silikon-Gießform des Modells

Endergebnis: eine einteilige Silikon-Gießform, mit der Sie exakte Kopien in Schokolade, Zucker, Marzipan, Eis oder anderen Materialien gießen

Besondere Hinweise bei Lebensmittelanwendungen

  • Setzen Sie die Form nicht über längere Zeit Temperaturen unter −40 °C oder über +280 °C aus.
  • Lassen Sie die Form nicht mit einem Heizelement in Kontakt kommen.
  • Stellen Sie die Gummiform für mehr Stabilität auf eine Ofenform oder ein Backblech.
  • Sie können allerlei Materialien und Formen verwenden, um eine Form herzustellen (Spielzeug, Nüsse, Steine, Muscheln). Poröse Materialien — und auch Papier oder Stoff — können beim Entformen Probleme bereiten; verwenden Sie dann ein Trennmittel wie Trennspray, Trennpaste oder PVA.
  • Materialien, die Salze, Schwefel oder Amine enthalten, stören den Aushärtungsprozess oder machen ihn teilweise unmöglich. Dazu zählen Zwiebeln, viele Klebstoffarten, kondensationsvernetzende Silikone, manche Latexhandschuhe, Sekundenkleber und Einkomponenten-Silikone.

Verwendung mit Lebensmitteln

Siliconen Culinair ist ein additionsvernetzender Silikonkautschuk auf Basis der Platinkatalyse, TÜV-zertifiziert und FDA-zugelassen für den Kontakt mit Lebensmitteln.

Achtung: Nur das ausgehärtete Silikon darf mit Lebensmitteln in Kontakt kommen. Wir empfehlen, die Form nach dem Aushärten und vor dem Gebrauch zunächst nachzuhärten (post-curing): Legen Sie die Form für ± 1 Stunde bei 120–140 °C in den Ofen. Dadurch entweichen eventuelle Restgase und Gerüche.

Reinigung

Reinigen Sie die Form nach dem Gebrauch mit warmem Seifenwasser und spülen Sie sie mit reichlich Wasser ab. Das Trocknen gelingt einfach im Ofen bei 150 °C.

Lagerung

Nicht ausgehärtetes Produkt (A- und B-Komponente)

Bewahren Sie die geschlossene Verpackung zwischen 10 °C und 25 °C auf, vor direktem Sonnenlicht geschützt. Bei korrekter Lagerung beträgt die Haltbarkeit mindestens ein Jahr. Verschließen Sie die Verpackung unmittelbar nach Gebrauch gut.

Ausgehärtete Form

Bewahren Sie die ausgehärtete Form in einem dunklen Raum zwischen 10 °C und 25 °C bei einer Luftfeuchtigkeit von ± 50 % auf. Stapeln Sie Formen nicht unter schweren Gegenständen, um Verformungen zu vermeiden.

Häufig gestellte Fragen

Brauche ich immer ein Trennmittel?

Nicht immer. Glatte, nicht poröse Modelle (wie der Spargel in diesem Beispiel oder Keramik, Glas und Metall) lassen sich meist ohne Trennmittel entformen. Bei porösen Materialien wie unbehandeltem Holz, Stein, Gips, Papier oder Stoff ist ein Trennmittel dringend zu empfehlen. Führen Sie immer zuerst einen Test durch.

Warum gieße ich in einem dünnen Strahl von einem Punkt aus?

Ein dünner Strahl gibt eingeschlossenen Luftblasen die Gelegenheit, während des Falls zu entweichen. Indem Sie konsequent von einem Punkt aus gießen, schieben Sie die Luft vor dem Silikon her, statt sie einzuschließen. Zusammen ergibt das eine Form mit scharfen Details und ohne Blasenlöcher.

Warum muss ich die Form nachhärten?

Das Nachhärten (± 1 Stunde bei 120–140 °C) treibt Restgase und Gerüche aus dem ausgehärteten Silikon. Dies ist besonders bei Lebensmittelanwendungen wichtig, damit kein Geruch oder Geschmack auf das Endprodukt übergeht.

Welche Materialien stören die Aushärtung?

Additionsvernetzende Silikone (Platin) sind empfindlich gegenüber Hemmung durch Schwefel, Amine und bestimmte Salze. Häufige Verursacher sind Zwiebeln, viele Klebstoffarten, kondensationsvernetzende Silikone, Sekundenkleber, Silikonkitt und manche Latexhandschuhe. Vermeiden Sie den Kontakt mit diesen Stoffen während der Formherstellung.

Wie lange hält die Form?

Eine gut gepflegte Silikonform hält viele Gießvorgänge. Reinigen Sie die Form nach jedem Gebrauch mit warmem Seifenwasser, trocknen Sie sie gut und bewahren Sie sie kühl und dunkel auf. Vermeiden Sie längere Einwirkung extremer Temperaturen.

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