Siliconen Culinair in der Praxis: Seifenformen, Kuchen backen und Pralinenformen

Siliconen Culinair ist ein additionsvernetzendes Silikon, das den Vorschriften für Lebensmittelkontakt entspricht. Nachfolgend die Fragen, die uns dazu am häufigsten erreichen.

Eignet sich Siliconen Culinair für Seifenformen?

Ja, hervorragend. Aber es ist nicht der günstigste Weg. Für Seifenformen genügt Silikon Kondensation 20 genauso gut, und das lässt sich sowohl gießen als auch spateln. Beide Silikone sind flexibel genug für detaillierte Seifenformen.

Der praktische Unterschied liegt im Mischungsverhältnis:

  • Siliconen Culinair: 1 Teil A auf 1 Teil B
  • Silikon Kondensation 20: 100 Teile A auf 2 Teile B

Kondensationssilikone geben anfangs einen leichten Geruch ab. Der verfliegt von selbst. Wenn Sie nachhelfen wollen: die Form 2 Stunden bei 100 Grad in den Ofen legen, vollständig abkühlen lassen, in Seifenwasser waschen und abtrocknen.

Arbeiten Sie mit sehr aggressiven Inhaltsstoffen oder stark basischen Seifen, greifen Sie besser zu Platin-Silikonen.

Kann ich in einer Form aus Siliconen Culinair Kuchen backen?

Das geht gut, aber achten Sie auf die Wandstärke Ihrer Form:

  • Wo das Silikon dick ist, dauert es länger, bis die Wärme den Teig erreicht. Diese Stellen brauchen mehr Backzeit.
  • Wo das Silikon dünn ist, kommt die Wärme schneller an. Dort ist der Teig früher gar — und manchmal zu gar.
  • An dünnen Stellen kann die Form nachgeben, wenn der Kuchen aufgeht.
  • Modelle mit viel Detail oder dünnen Vorsprüngen können beim Entformen des Kuchens abbrechen.

Halten Sie die Wandstärke also so gleichmäßig wie möglich, wenn Sie eine Backform gießen.

Meine Form aus Siliconen Culinair ist klebrig geblieben

Fühlt sich die Form nach dem Aushärten weich und klebrig an, kommen zwei Ursachen infrage.

1. Das Mischungsverhältnis stimmte nicht. Siliconen Culinair ist 1:1, und das ist keine Richtlinie, sondern eine Anforderung. Eine zu große Abweichung führt zu teilweiser oder gar keiner Aushärtung — und damit zu einem weichen, klebrigen und schwachen Ergebnis.

2. Cure-Inhibition. Das Muttermodell, die Umkistung oder das Trennmittel enthält einen Stoff, der die Aushärtung von Platin-Silikonen blockiert. Das ist die häufigste Ursache und die am schwersten zu erkennende. Lesen Sie dazu Vergiftung von Silikonen.

Verarbeiten Sie das Silikon vorzugsweise bei Raumtemperatur. Und setzen Sie immer einen kleinen Test mit den Materialien an, die Sie verwenden wollen. Nimmt das Silikon im Test keinen Schaden, wird es das beim endgültigen Guss auch nicht.

Kann ich Pralinenformen aus Siliconen Culinair machen?

Ja. Modellieren Sie die Modellformen aus Plastilin, Polymerton oder einem anderen Material. Nehmen Sie vorzugsweise eine weiße Variante, damit sich das Silikon garantiert nicht verfärbt. Die Silikonform übernimmt alle Details. Ein Trennmittel zwischen Plastilin und Siliconen Culinair ist nicht nötig.

Denken Sie bei Schokolade an Folgendes: Schokolade glänzt nur, wenn das Urmodell glänzt. Profi-Chocolatiers verlangen das meist, weil Glanz die Schokolade appetitlicher wirken lässt. Wollen Sie Glanz, gibt es zwei Wege:

  1. Sorgen Sie dafür, dass das Muttermodell bereits glänzt.
  2. Besprühen Sie die matte Schokolade mit essbarem Alkohol. Der löst die äußere Schicht teilweise an und verdunstet, wodurch die Schokolade glänzt.

Bedenken Sie, dass Schokolade ein aggressives Material ist. Auf Dauer greift sie den Glanz des Silikons an. Die Form funktioniert weiterhin einwandfrei, aber die Pralinen glänzen weniger stark.


Mehr über Silikone in der Küche lesen Sie unter Silikonformen in der Küche. Eine Frage zu Ihrer konkreten Anwendung? Nehmen Sie Kontakt auf.

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