Silikone für Polyestergießharz (22)
Silikone für Polyestergießharz
Polyestergießharz stellt eine hohe Belastung für eine Silikonform dar. Das Styrol im Harz dringt in das Silikon ein: Die Form quillt, die Oberfläche wird matt und mit der Zeit wird die Form hart und spröde. Hinzu kommt die Wärme, die Polyester beim Aushärten entwickelt, vor allem bei dicken Abgüssen. Laut Wacker gilt: Je höher der Styrolgehalt und die Aushärtetemperatur, desto stärker der Angriff. Jede Silikonform hat mit Polyester daher eine begrenzte Formstandzeit. Die Art des Polyesters, das Volumen und die Zeit, die das Harz in der Form bleibt, bestimmen, wie viele Abgüsse Sie erzielen. In dieser Kollektion finden Sie nur Silikone, die der Hersteller selbst für Gießharze empfiehlt oder die wir mit einem deutlichen Hinweis aufführen.
Zinn oder Platin: Was wählen Sie für Polyester?
Kondensationsvernetzende Silikone (Zinn) sind für Polyester die klassische Wahl. Der Härter macht hier einen echten Unterschied: Wacker bietet mit Catalyst T 51 einen Härter, der speziell auf die Beständigkeit gegen Polyesterharze abgestimmt ist. Zinnvernetzende Silikone sind nicht von Inhibierung betroffen, sodass Sie damit auch ein Polyester- oder Spachtelmodell abformen können, das noch nicht vollständig durchgehärtet ist. Nachteile: etwas mehr Schrumpf (0,2 bis 0,4 %), Entformen erst nach 8 bis 24 Stunden, und die Form wird nach langer Lagerung steifer. Nicht für Lebensmittelkontakt geeignet.
- Wacker Elastosil M 4514 Set mit Härter T 51: Shore A 25, Weiterreißfestigkeit über 25 N/mm und 450 % Dehnung. Wacker positioniert diese Kombination speziell für das Gießen von Polyesterharzen. Wenn Sie bereits Härter haben, können Sie auch die einzelne A-Komponente mit T 51 bestellen. Unsere erste Wahl für Polyester.
- Silikon Kondensation 20 Polyester: preisgünstiges zinnvernetzendes Silikon, Shore A 20, geliefert mit Härter T 51. Gut für alle, die regelmäßig Polyester gießen und auf die Kosten pro Form achten.
- Dow Silastic RTV 3481 R: Shore A 19, Weiterreißfestigkeit 26 N/mm, 622 % Dehnung und hervorragende Trennwirkung. Wir liefern es mit dem R-Härter (RTV-3081 R), den Dow für eine längere Formstandzeit bei Polyestergießharz entwickelt hat.
- Wacker Elastosil M 4440 mit Härter T 37: Shore A 37, für preisgünstige Formen mit wenigen Hinterschneidungen. Durch die geringe Weiterreißfestigkeit (4,5 N/mm) weniger geeignet für komplexe Formen.
Bei zinnvernetzenden Silikonen bestimmt der Härter die Beständigkeit. Mit derselben Basis erhalten Sie mit dem einen Härter eine Form, die mit Polyester lange hält, und mit dem anderen eine Form, die vor allem schnell aushärtet. Beim Dow Silastic RTV 3481 ist das gut zu sehen: Mit dem RTV-3081 R (resin resistant) erhalten Sie Shore A 19 und eine Form, die Dow speziell auf eine längere Formstandzeit mit Polyester-Gießharz abgestimmt hat. Mit dem RTV-3081 F (fast) lässt sich die Form nach ca. 6 Stunden entformen, dieser Härter ist jedoch auf Geschwindigkeit ausgelegt und nicht auf Harze abgestimmt. Für Polyester wählen Sie also das 3481 R und nicht das 3481 Fast. Bei Wacker funktioniert es genauso: T 51 für Polyester, T 21 für Epoxid und PU. Mehr dazu finden Sie unter Silikone für aggressive Harze.
Privat oder gewerblich? Alle Zinnhärter von Wacker, darunter T 51 und T 37, enthalten Dioctylzinnverbindungen. Aufgrund der europäischen REACH-Vorschriften für diese Verbindungen in zweikomponentigen Gießkautschuken können das M 4514 Set, das M 4440 Set, der Catalyst T 51 und unser eigenes Silikon Kondensation 20 Polyester bei uns nur von Geschäftskunden bestellt werden. Die Dow RTV-3481 Sets arbeiten mit einer anderen Zinnverbindung und sind auch für Privatkunden erhältlich. Gießen Sie als Privatkunde Polyester und möchten Sie eine Form aus Kondensationssilikon, ist das Dow Silastic RTV 3481 R die richtige Wahl. Lieber Platin? Die additionsvernetzenden Silikone unten enthalten kein Zinn und sind für alle erhältlich.
Additionsvernetzende Silikone (Platin) sind schrumpffrei (weniger als 0,1 %), härten schneller aus, bleiben jahrelang lagerstabil und sind in transparenter Ausführung erhältlich. Wenn Sie sich für Platin entscheiden, achten Sie beim Abformen Ihres Modells auf Inhibierung: Unter anderem Schwefel, Latex, manche 3D-Drucke und nicht vollständig ausgehärteter Polyester oder Spachtel können die Aushärtung stören. Machen Sie im Zweifel zuerst einen Test.
- Wacker Elastosil M 4642 (Shore A 37) und M 4601 (Shore A 28): hohe Weiterreißfestigkeit (30 N/mm) und laut Wacker hervorragende Beständigkeit gegen Gießharze. Eine starke Wahl für Formen mit vielen Hinterschneidungen.
- Wacker Elastosil M 4670: Shore A 55, stabile Form für maßhaltige Reproduktionen in Polyester, Epoxid und PU. Ziemlich zähflüssig (80.000 mPa·s), daher ist Entlüften unter Vakuum empfehlenswert.
- QM 270: Shore A 62, sehr formstabil und beständig gegen Polyester und Epoxid. Für harte, maßhaltige Formen wie Profilleisten und architektonische Elemente. Auf Angebotsbasis.
- PlatSil HTS-25 und HTS-40: sehr hohe Weiterreißfestigkeit und Dehnung, gemacht für Produktionsformen. Polytek nennt Polyester ausdrücklich als Gießmaterial und empfiehlt für eine längere Formstandzeit ein Trennmittel.
- PlatSil FS-10 und FS-20: schnell aushärtend (Entformen nach ca. 25 Minuten) für kurze Durchlaufzeiten. Auch hier empfiehlt Polytek bei Polyester ein Trennmittel.
- Wacker Elastosil Vario 15 und Vario 40 mit Catalyst Vario: Härte einstellbar zwischen Shore A 15 und 40, auch als schnelle Variante. Wacker bezeichnet sie als beständig gegen gängige Gießharze. Praktisch, wenn Sie durch die Form hindurchsehen möchten.
- Wacker Elastosil M 4641: transparent, Shore A 43. Wacker bezeichnet es als beständig gegen Gießharze, mit Schwerpunkt auf PU und Epoxid sowie dem Vakuumgießen von Prototypen. Gießen Sie vor allem Polyester, ist M 4514 mit T 51 die logischere Wahl.
- Silikon Addition Grün 30 (Shore A 27) und Yellow 25 (Shore A 22): unsere preisgünstigen Platinsilikone für kleine Serien. Yellow 25 enthält Silikonöl, das leicht ausschwitzen kann; reinigen Sie Abgüsse daher gründlich, bevor Sie sie lackieren oder verkleben.
So erzielen Sie mehr Abgüsse aus Ihrer Form
- Verwenden Sie ein Trennmittel, vor allem bei den ersten Abgüssen und bei Platinsilikonen.
- Dosieren Sie den Härter des Polyesters nicht höher als vorgeschrieben. Zu viel Härter erzeugt mehr Wärme, und Wärme beschleunigt den Angriff auf die Form.
- Gießen Sie dicke Teile in Schichten, damit das Harz weniger heiß wird.
- Lassen Sie die Form zwischen den Gießvorgängen abkühlen und ruhen. Wacker empfiehlt, Formen regelmäßig auf 100 bis 150 °C zu erwärmen, um aufgenommenes Styrol zu entfernen, denn dieses lässt die Form quellen. Wenn Sie in Serie arbeiten, wechseln Sie zwischen mehreren Formen ab.
- Lassen Sie das Silikon vollständig aushärten, bevor Sie zum ersten Mal gießen.
- Kontrollieren Sie die Form regelmäßig. Wird die Oberfläche matt, rau oder steif, ersetzen Sie die Form rechtzeitig.
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